Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte damals weit auseinander

Der Großteil der Bevölkerung gehörte zum dritten Stand. Nur ein kleiner Teil konnte sich zum Klerus (1. Stand) oder zum Adel (2. Stand) zählen.

Im dritten Stand tummelten sich gebildete Kaufleute, Gelehrte, Tagelöhner, Handwerker und Bauern (sie waren die größte Gruppe).


Frankreich hatte es trotz wirtschaftlicher Handelserfolge versäumt, Innovationen in der Landwirtschaft voranzutreiben. Hinzu kam, dass sich die ungebildete Landbevölkerung gegen neumodische Ideen sperrten. Um ihre Felder zu bestellen, nutzten sie Gerätschaften, die nicht weiter entwickelt waren, als die primitiven Pflüge, die bereits hunderte Jahre zuvor verwendet wurden. So konnte die Ernte nicht mehr mit dem steigenden Hunger der immer weiter wachsenden Bevölkerung mithalten.


Hohe Abgaben und Steuerlasten an den Grundherren und die Kirche verschlechterten die Lage. Oft hatte die Bauern kaum etwas zu essen. Ein Brei aus Brot und Wasser diente als Grundnahrung, ergänzt durch Gemüse aus winzigen Gärten oder Beeren und Kastanien.


Gerade die Jahre der Missernten 1774, 1783, 1787, 1788 verschärften die Not der Bauern. Dürre, Hagelstürme und Überschwemmungen vernichteten große Teil der Ernte. Oft waren die Bauern gezwungen ihr eigenes Saatgut zu essen. Ein Teufelskreis, denn dadurch fehlte Saatgut für den Getreideanbau, was zu geringen Erträgen führte.


Ein kontinuierlicher Anstieg der Brotpreise und damit einhergehende Unruhen und nicht zuletzt die Revolution waren die Folgen.